Die Japaner
Das erste Motorrad das nach Japan importiert wurde hiess "Hildebrand & Wolfmüller".
Die schriftlichen Unterlagen datieren vom 19. Januar 1896.
"Erst" im Jahre 1902 ist eine Japanische Firma erwähnt, die sich mit 2 + 4 Rädrigen Fahrzeugen beschäftigte.
Die ersten Japanischen Motorräder trugen den Namen des Erbauers "N. Shimazu" (N.S.) und wurden im Jahre 1908 produziert.
Bild von Seite 9
Text: N.S. von 1908
Mit 397 ccm (76mm x 87,5mm) und einem Zylinder gilt als das erste rein Japanische Motorrad. 4-Jahre später zeichnete Shimazu eine 250er , die von der Marke Triumph inspiriert wurde und sogar einen deutschen Zündmagneten montiert hatte. Dieses Modell wurde von der Firma NMC (Nippon Motor Manufacturing) vertrieben und für damalige Verhältnisse sehr teuer verkauft.
1913 wurde eine der grössten Japanischen Marken gegründet, Namens Miyata, die 1916 mit Asahi fusionierten. Bis 1964 konstruierten sie 2-Räder mit oder ohne Motor. Auch bekannt unter dem Namen Mijapet. Bis heute vertr.sie Fahrräder.
Zwei wichtige Geburtsstunden waren 1924 von der Firma Rikuo und Murato.
Das Jahrzehnt des grossen wirtschaftlichen Aufschwungs waren die 20-er Jahre.
Ford, General-Motors und Chrysler gründeten in dieser Zeit Firmen in Japan.
1925 fand auch die erste TT (Tourist Trophy) statt. Sie führte von Osaka nach Tokyo über 750 km. Viele Motorräder aus der ganzen Welt wurden dazumal importiert. Namen wie: F.N., Gillet, Harley-Davidson,Husqvarna,Indian,Moto-Guzzi,Norton, Saroléa, Triumph und viele mehr.
In den 30-er + 40er Jahren wo weltweit Rezession herrschte wurden speziell Lastendreiräder verschiedenster Marken hergestellt.
Bild S. 15 re. oben Text: Tsubasa 1934,6 1/2 PS,V2
Bild S. 16 Mazda 3-Rad
Text: Mazda 650ccm 1-Zyl. Beachte den Mitsubishi Stern auf dem Tank. Der beruht davon, dass Mitsubishi den Motor lieferte.
Rikuo (1924 bis 1962) eine der bekanntesten kopierer Firmen in Japan baute im Lizenzvertrag Harley-Davidson der Typen VL und WL 45 und viele mehr. Die meisten Fahrzeuge wurden für das Japanische Militär gebaut.
Die vier in der Schweiz bekannten Marken aus Japan. Wer kennt sie nicht: Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha. Alle vier unterscheiden sich grundsätzlich von der Entstehungs-Geschichte. Die Honda-Story ist nachlesbar im letzen Klub-Heft.
Der Name Kawasaki als Firma ist die älteste unter den vier grossen noch bekannten Firmen.
Ihr Ursprung geht zurück ins Jahr 1878. Vor dem 20-Jahrhundert bauten sie Lokomotiven, Brücken und später Frachtschiffe. 1937 gründeten sie die Air-Kraft Kompanie und bauten später sogar eigene Helikopter. 1949 projektierten sie ein Motorrad, das dann 1950 mit 148 ccm vorgestellt wurde. Eine 4-Takt mit obenliegenden Ventilen. Erst im Jahr 1961
produzierten sie die erste eigene Maschine mit 125 ccm (Typ B7).
Im selben Jahr, im Juli, kaufte der Kawasaki-Konzern eine der ältesten Motorradfabrikationen Japans auf, Namens Meguro. Von Meguro wurden diverse Lizenzbauten übernommen, wie die Samurai, Avenger oder die W1 mit 650 ccm und 2 Zylindern. Welche nicht nur starke Ähnlichkeiten mit der englischen Lady BSA A10 aufweist, sondern austauschbare Teile aufweist. Nur mit der Fertigungsqualität konnte das Original der Kopie nachschauen.
Suzuki, der Dritte im Bunde kann auf das Jahr 1920 zurückblicken. Wer kennt sie nicht, die bekannten Webstühle von Suzuki? Wohl kaum jemand. Fahrräder mit Hilfsmotoren wurden im Juli 1952 von Michio Suzuki persönlich vorgestellt und in kleiner Serie verkauft. (Heute auch in Japan sehr selten Objekte) Die ersten nach der Schweiz exportierten Typen hiessen M12 (50ccm) und T20 (250ccm super Six) im Jahre 1963.
Die letzte grosse Marke im Alphabet ist Yamaha. Mit ihren 3 Stimmgabeln im alten Firmenlogo blickt auch diese Marke ins Ende des 19- Jahrhundert zurück. Musikinstrumente war für Yamaha das gleiche Synonym wie Seefrachter für Kawasaki.
1955 mit der 125ccm 2-Takt Maschine, die dem kleinen Wunder von DKW abgekupfert wurde, stellte Yamaha sein erstes Motorrad vor. Erst 1957 mit der YD1 (250 ccm) hatten sie eigene Formen und Ideen auf die Strasse gebracht. Mit der DS-5 (250 ccm) oder der
AS-1 (125 ccm) wurde auch Yamaha 1966 in der Schweiz bekannt.
Wer kennt nicht die Legenden mit den Namen wie: Black-Bomber, Benly, Mach III + IV, Samurai, Luzifers Braut, Wasserbüffel, Cobra, Titan, Stinger etc. etc.. Der Durchschlagende Motorradboom aus Japan setzte mit eben genannten Modellen von den vier exoportierenden Japanischen Herstellern ein.
Ganz ehrlich, wo wären wir Heute, im Jahre 1998 ohne Japaner ?
geschrieben von H.-R. Zihlmann am 22. Feb. 1998
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